Aichach - Christopher Wolf hat sich nicht verändert. Für den Trainer der Aichacher Handballer sind die Ergebnisse weiterhin zweitrangig. Es gehe ihm darum, dass sich die Mannschaft im Allgemeinen und die Spieler im Speziellen weiter verbessern, sagte der 31-Jährige drei Tage vor dem Start der Bezirksoberliga (Samstag, 19.30 Uhr, beim TSV Göggingen).

In der vergangenen Saison sind die Aichacher trotz personeller Zäsur beachtlicher Vierter geworden. Allein diese Platzierung zu wiederholen wird schwer. Über mehr zu reden steht bei Wolf sowieso auf dem Index. "Um den Aufstieg spielen wir bestimmt nicht mit", stellt er klar. Die BOL taxiert er "deutlich stärker" als in der Spielzeit 2014/15. Haunstetten 2, Schwabmünchen und Gundelfingen machten den Titel unter sich aus, auch die Friedberger "Dritte", die, so wird gemunkelt, besser ist als die "Zweite", sei nicht zu verachten, Göggingen wiederum "schwer einzuschätzen". Was er vom Landesliga-Absteiger aus dem Augsburger Süden zu halten hat, weiß Wolf am Samstagabend um neun.

 

Wolf ist also auch in seinem zweiten Jahr als sportlich Verantwortlicher darauf bedacht, sich nicht weit aus dem Fenster zu lehnen. Obwohl er mit der Vorbereitung, in der er bis Ende August drei Mal in der Woche mit seiner Auswahl übte (danach noch zwei Mal), recht zufrieden war. "Wir haben dort weitergemacht, wo wir im März aufgehört haben", sagt der Diplom-Volkswirt. In den Testspielen gegen oberbayerische Bezirksoberligisten (zweimal gegen Trudering, einmal gegen Gilching) und den Bezirksligisten Kissing sprangen neben einem Unentschieden nur Siege heraus.
Durch die Rückkehr von Konstantin Schön (Studium in Istanbul), Oliver Huber (Pause) und Alexander Bahn (fehlte nach dem fünften Spiel der vergangenen Saison wegen einer Schambeinentzündung) hat das Aufgebot der Rot-Weißen qualitativ und auch in der Breite erheblich zugelegt. Die Trainingsbeteiligung war mit bisweilen 16 Aktiven für Aichacher Verhältnisse außergewöhnlich. So etwas habe er "seit Jahren nicht mehr erlebt", schwärmt Wolf und bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Zeit des kleinen Kaders endgültig vorbei ist.

Die Reintegration Schöns und Hubers klappe "immer besser", findet der Frontmann, und Bahn sei inzwischen wieder "absolut fit". Der Linkshänder soll nun halt mit einjähriger Verzögerung eine Führungsrolle übernehmen, die ihm schon 2014 zugedacht war. Thomas Bauer ist als überragender Spieler der letzten Saison in eine solche schon hineingewachsen.
Wolf hat Vertrauen in seine junge Truppe, in der Nico Lehmann mit 25 Jahre ältester Feldspieler ist. Also können sich die Routiniers Gregor Triltsch, Markus Meier und Timo Ruhnke guten Gewissens ins Austragsstüberl, heißt zweite Mannschaft, zurückziehen. Mit den Altgedienten avanciert die Reserve in der Bezirksklasse West zu einem Aufstiegsanwärter. Sie hat in ihrem ersten Punktspiel am 27. September (13 Uhr) den TSV Meitingen zu Gast.
An diesem Tag (15 Uhr) greifen auch die TSV-Frauen wieder an. In eigener Halle geht's gegen den TSV Bobingen. Drei Routiniers machen "Zweite" zum Aufstiegsanwärter
 
Quelle: Aichacher Zeitung