Augsburg - Die Aichacher Handballer sind mit einem Paukenschlag in die BOL-Saison gestartet. Am Samstagabend gewann der TSV in Göggingen 28:23 (16:9). "Mit einer sehr starken ersten Halbzeit haben wir den Grundstein gelegt", bilanzierte Trainer Christopher Wolf nach dem Triumph über den Landesliga-Absteiger. Der wiederum war bedient. "Wir hatten uns mehr erwartet", bekannte Spielertrainer Florian Pfänder.

 
"Wenn wir auswärts unsere Leistung bringen, haben wir eine reelle Chance", hatte Wolf im Vorfeld kundgetan. Wenn, ja wenn. Unterwegs waren die Paarstädter in den vergangenen Jahren zu oft weit unter ihren Möglichkeiten geblieben. Als sie am 29. November 2014 in der Anton-Bezler-Halle die Gögginger "Zweite" bezwangen, hatten sie zuvor zehn Mal hintereinander in fremden Arenen verloren.

Aber diese miesen Zeiten scheinen vorbei zu sein, wenn man sich die Vorstellung der Aichacher bei der Ouvertüre vor Augen hält. Wolf schwärmte vor allem von der Defensivarbeit im ersten Abschnitt; die sei "hervorragend" gewesen. Explizit nannte er Torhüter Thomas Wonnenberg. Der habe wieder einmal "klasse" gehalten. Für den 37-Jährigen gibt's zurzeit keine Alternative im TSV nach dem Syndesmosebandriss des Kollegen Stefan Walther.
"Gegen diese Aichacher Abwehr ist uns nichts eingefallen", registrierte Pfänder. Er nahm nur seinen Linksaußen Danny Kreune aus. Der in Augsburg studierende Kameruner warf sieben Tore und war bester Gögginger.
Bei den Gästen, die auf Timo Stubner (Dienst als Bereitschaftspolizist) verzichten mussten, saßen Thomas Bauer und Alexander Bahn erst einmal draußen. Bauer kam zunächst nur für drei verwandelte Siebenmeter aufs Feld. Wolfs taktische Überlegungen gingen auf. "Der Gegner war überrascht", stellte er fest. Als die beiden nach etwa zwanzig Minuten mitmachten, mischten sie die Hausherren auf. Wie Bahn seine ersten fünf Versuche versenkte, war sehenswert. Pfänder haderte derweilen, sein Team hätte den ersten Durchgang "verschlafen".

Nach dem Seitenwechsel wuchs Göggingens Rückstand sogar auf acht Tore an (9:17/10:18). Dann allerdings erfolgte ein leichter Bruch im Aichacher Spiel. Der Widersacher kam auf 14:19 heran, weshalb Wolf nach 39 Minuten eine Auszeit nahm. Er habe "Ruhe reinbringen wollen", meinte der 31-Jährige. Ihm war nicht entgangen, dass sich seine Mannschaft von der Hektik in der Halle anstecken ließ und ihre Angriffe nicht mehr sauber zu Ende spielte.
Das ging noch eine Zeitlang so weiter. Pfänder traf nun nach Belieben. Ihm war schon in den Anfangsminuten die Kapsel im Mittelfinger der rechten Wurfhand herausgesprungen. Pfänder verarztete sich selbst, wickelte ein Klebeband um Mittel- und Ringfinger und kam zur zweiten Halbzeit zurück, in der er seine fünf Tore erzielte.
Auf einmal war Göggingen auf vier Tore dran (21:25/51.); die sind im Handball in neun Minuten leicht aufzuholen. Die Gastgeber witterten ihre Chance, zumal Konstantin Schön einen Siebenmeter an den Pfosten donnerte. Erst zwei Zeitstrafen für Michael Müller und Kreune in der 53. Minute stoppten die Gögginger Aufholjagd. "Das war der Knackpunkt", fand Pfänder. Als dann auch noch Dominik von Petersdorff vorübergehend ausgeschlossen wurde, waren die Rot-Schwarzen für ein paar Sekunden nur zu dritt.
Wieder zu fünft, nahmen die Gögginger nach Pfänders 22:26 (56.) noch einen Anlauf. Thomas Wonnenberg indes raubte ihnen in einer hitzigen Endphase mit zwei Großtaten die letzte Hoffnung.
Seine junge Mannschaft müsse noch lernen, mit solchen Spielverläufen umzugehen, sinnierte Christopher Wolf. Er sei jedenfalls "froh, dass sie nicht eingebrochen ist". Den Sieg wollte der Trainer schließlich nicht überbewerten. "Die Gögginger waren nicht in Bestbesetzung", wusste er. Mit Spielmacher Christoph Ranz und Kreisläufer Paul Skudiak fehlten ihnen zwei Leistungsträger.

TSV Göggingen: Fischer, Weber; Pfänder (5), Katschinski (1), Schwendner, Greving, Kreune (7), Müller (7/4 Siebenmeter), Römmele (1), Kolbinger, Stegmann, von Petersdorff (2/1).

TSV Aichach: Wonnenberg; Kügle (2), Huber (1), Lenz, Fichtner, Braun (1), Bauer (9/4), Schön (4), Bahn (7), Lehmann (2), Schilberth (2).

Schiedsrichter: Waldmann/Auer (Niederraunau). - Zuschauer: 100. - Zeitstrafen : 4:4. - Siebenmeter: 6/5:5/4.
 
Quelle: Aichacher Zeitung