Aichach - Fünf Mal hintereinander haben die Aichacher BOL-Handballer in dieser Saison die vertraute Umgebung in der Vierfachhalle bereits als Sieger verlassen, am Samstag ließen die Mannen von Trainer Christopher Wolf gegen den SC Ichenhausen Sieg Nummer sechs folgen. Nach durchwachsener erster Halbzeit (10:8) setzte sich der Tabellensiebte gegen die um den Klassenerhalt kämpfenden Westschwaben doch noch standesgemäß mit 24:17 durch und wahrte mit nun 16:12 Punkten den Anschluss an die obere Tabellenhälfte.

 

"Am Anfang hatten wir zwar etwas Schwierigkeiten sowohl in der Abwehr als auch im Angriff, aber mit zunehmender Dauer ist die Defensive doch ganz ordentlich gestanden", analysierte Wolf nach Spielende. Vor allem in Halbzeit eins hätten die Seinen "einfach keine Spielkontrolle gehabt, nicht sauber genug gespielt und zu viele Abschlüsse zu überhastet abgeschlossen. Deshalb ist dann bis zum Seitenwechsel die magere Torausbeute herausgekommen", räumte der 32-Jährige ein. "Zum Glück für uns hat Stefan Walther über die gesamte Spielzeit einmal mehr eine überragende Partie abgeliefert", zeigte sich nicht nur Wolf angetan von den unglaublichen Paraden des 20-jährigen Keepers. Mit seinem Idol Thomas Wonnenberg - feiert in zehn Tagen seinen 38. Geburtstag - ist Walther längst auf Augenhöhe angekommen.

Ohne den zuletzt in Friedberg mit einer Galavorstellung aufwartenden Konstantin Schön ("Der ist heute Abend bei einem Projekt an der Münchner Uni involviert"/Wolf) kamen die Gastgeber zunächst zäh in die Gänge. 0:2 (3.) und 4:5 (10.) lagen sie zurück, ehe Oliver Huber, Felix Schilberth und Timo Stubner den Rückstand bis nach 16 Minuten in einen 7:5-Vorsprung umbogen. Ichenhausen machte den Rückstand kurz danach durch Marco Dolze zwar nochmals wett (8:8, 23.), doch Thomas Bauer (zum 9:8) und Benedikt Lenz (per Siebenmeter zum 10:8) stellten schließlich den Halbzeitstand her.
Dass den Aichachern bis zu diesem Zeitpunkt nur zehn Treffer gelangen, war zum großen Teil ein Verdienst von Ichenhausens Keeper Romeo Stoica. Der 45-jährige Spielertrainer der Gäste musste in den Kasten, weil die beiden etatmäßigen Torhüter Tizian Greiter und Manuel Laumer kurzfristig ausfielen. Der Deutsch-Rumäne Stoica stand Walther kaum nach, machte seine Sache ausgezeichnet und war Garant dafür, dass sich der Rückstand seines Teams in Grenzen hielt.

Ähnlich wie der erste Abschnitt begann auch der zweite "etwas schleppend", wie Wolf anmerkte. Alsbald aber gab es kein Halten mehr. Als Oliver Huber zum 17:10 (43.) nachlegte, war die Partie vorzeitig entschieden. "Wir haben hinten raus schöne und viele Tore gemacht", fand Wolf. Letztlich war der ungefährdete Erfolg gegen mehr und mehr abbauende Gäste ungefährdet. Nachdem Timo Stubner auf 24:16 (58.) erhöht hatte, gelang Istvan Walczer kurz vor Schluss noch die Ergebniskosmetik, am klaren Sieg der Aichacher änderte dies aber nichts.
Nächsten Sonntag gastiert der TSV bei der zweiten Garnitur des TSV Niederraunau, die im Gegensatz zur "Ersten" (souveräner Tabellenführer in der Landesliga Süd mit 28:2 Punkten) eine Klasse tiefer verzweifelt um den Klassenerhalt kämpft. "Keine Frage, dort wird es schwer", warnt Wolf seine Mannen, die Raunauer Reserve nur ja nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. "Die versuchen mit aller Macht, drin zu bleiben und werden uns alles abverlangen. Keine leichte Aufgabe für uns."

 

TSV Aichach: Walther, Wonnenberg; Kügle, Oliver Huber (3), Lenz (4/3), Stubner (6), Braun (1), Bauer (5/1), Bahn (2), Lehmann, Schilberth (3), Christoph Huber.

SC Ichenhausen: Stoica; Steck, Miethsam, Lindner (1), Tobias Hornung (5/4), Felix Hornung (1), Walczer (3), Schubert, Yapicioglu (3), Dolze (1), Max Hornung, Paluk, Vogel (3).

Schiedsrichter: Pribil/Wildegger (Bobingen/Augsburg). - Zuschauer: 150. - Siebenmeter: 6/4 - 5/4. - Zeitstrafen: 6 - 6. - Rote Karte: Oliver Huber (50./dritte Zeitstrafe).

 

Quelle: Aichacher Zeitung