Wittislingen - Exakt fünf Monate ist es her, dass die Aichacher BOL-Handballer ihren bis dato einzigen Auswärtssieg in dieser Saison feiern durften. Im September des vergangenen Jahres setzten sie sich zum Auftakt beim TSV Göggingen mit 28:23 durch, anschließend gab es noch zwei Unentschieden in Ichenhausen (28:28) und in Gundelfingen (23:23), ehe am Samstag die schwarze Serie von sieben sieglosen Spielen in des Gegners Hallen ihr Ende fand. Bei der höchst abstiegsgefährdeten HSG Lauingen-Wittislingen behielten die Mannen von Trainer Christopher Wolf mit viel Mühe knapp mit 32:30 (15:15) die Oberhand, obwohl es bis 17 Minuten vor Spielende beileibe nicht danach ausgesehen hatte.

 

Denn bis zu diesem Zeitpunkt waren die äußerst biederen Gastgeber nach dem Gleichstand zur Pause urplötzlich über 19:17 und 22:18 auf 25:19 davongezogen, ehe die Auszeit von Wolf, bei der er seinen Spielern gehörig die Leviten las ("Jetzt reißt euch endlich mal zusammen, macht die Abwehr dicht und schließt die Angriffe konsequent ab"), doch noch den erhofften Umschwung brachte. Binnen zehn Minuten reduzierten die selten überzeugenden Gäste den Rückstand Tor um Tor und machten ihn durch Felix Schilberth mit dem Treffer zum 27:27 (53.) sogar wett. "Der dreht immer die gleichen Pirouetten und unsere Abwehrspieler fallen ständig darauf rein", echauffierte sich eine heimische Tribünenbesucherin über das allzu lasche Defensivverhalten der Gastgeber. Gemeint hatte sie die "Eins-zu-eins-Situationen, die Felix super gelöst und uns so ins Spiel zurückgebracht hat", wie Wolf die vorausgegangenen Szenen handballtechnisch umschrieb. "Erst danach war es wieder einfacher", so der 32-Jährige.

Zweimal noch gelang der HSG die erneute Führung durch Michael Maier (zum 28:27) und Volker Brenndörfer (zum 29:28), doch als Konstantin Schön zweimal traf (55., 58.) und Benedikt Lenz seinen fünften Siebenmeter ("Lenzi hat traumhaft getroffen"/Wolf) sicher verwandelte (57.), war der Rückstand endgültig gedreht. "Zum Schluss haben wir gut gekämpft und verdient gewonnen", stellte Wolf fest. Verdient? Na ja. Subjektiv mag er Recht haben, den Zusatz "sehr, sehr glücklich" hatte er aber wohlwollend unterschlagen.
Denn mit Ruhm haben sich seine Spieler auswärts auch diesmal wahrlich nicht bekleckert. Wären bei Lauingen-Wittislingen Stefan Walther oder Thomas Wonnenberg zwischen den Pfosten gestanden, wäre der Sieg an die HSG gegangen und nicht an Aichach. Schilberths sechster Treffer zum 32:30 Sekunden vor der Schlusssirene beseitigte letzte Zweifel am Sieg der Aichacher.

Die Partie selbst leitete mit Clemens Haas ungewohnt nur ein Regelhüter. Der zweite vorgesehene Schiri Stephan Tappert war kurzfristig erkrankt, so dass Haas seine Entscheidungen alleine treffen musste. Der Kissinger machte seine Sache nicht schlecht, auch wenn die rund 100 Zuschauer, darunter nur drei aus Aichach (ein Zeitnehmer, ein Betreuer, eine Spielerfreundin) ihr Team gerade in der heiß umkämpften Schlussphase des Öfteren benachteiligt sahen. "Eigentlich haben wir gut angefangen und eine gute Kontrolle über das Spiel gehabt, aber dann haben wir viel zu viele Bälle leichtfertig verworfen und Mitte der ersten Halbzeit den Faden vollkommen verloren", räumte Wolf ein, als der Fusionsklub einen 5:8-Rückstand in einen 9:8-Vorsprung umbog. "Und wenn man dann gegen so einen Gegner auch nur ein bisschen nachlässt und die Laufbereitschaft sinkt, gerät man schnell ins Hintertreffen", so Wolf weiter. Doch dank des ersten von Lenz verwandelten Siebenmeters zum 15:15 war der Gleichstand beim Wechsel hergestellt.
Abschnitt zwei begann wie zuvor beschrieben eigentlich desaströs. "Bei den Angriffsversuchen haben sich schnell zwei bis drei Fehler eingeschlichen, die Abwehr ist nicht mehr gut gestanden und wir haben vorübergehend die Köpfe hängen lassen", räumte Wolf ein. "Zum Glück haben wir uns aber wieder gefangen und den Sieg doch noch rechtzeitig sichergestellt."


HSG Lauingen-Wittislingen: Egger, Kinzler: Zenetti, Brenndörfer (5/4), Märkl (4), Friedke (4), Maier (6), Brunner (5), Andreas Schreitt (2), Schuster, Markus Schreitt (2), Manssdorf (2).

TSV Aichach: Wonnenberg, Walther; Kügle, Lenz (6/5), Oliver Huber (3), Braun (1), Christoph Huber (1), Bahn, Schilberth (6), Lehmann (2), Stubner (8), Schön (5/3).

Schiedsrichter: Haas (Kissing).

Zuschauer: 100.
Siebenmeter: 7/4 - 9/8.
Zeitstrafen: 5 - 6.

 

Quelle: Aichacher Zeitung