Aichach - Als Aichachs Handball-Coach Christopher Wolf kurz nach Spielende sein obligatorisches Statement zum 23:23-Unentschieden gegen den TV Gundelfingen abgab und das Ergebnis als "jederzeit gerecht" einstufte, ahnte noch niemand, was er wenig später zu verkünden hatte: "Meine Trainerkarriere ist mit dem Spiel in einer Woche in Mering erst mal beendet", verriet der 32-Jährige, der seit zehn Jahren in verschiedenen Funktionen beim TSV tätig ist. Grund dafür sei, "dass ich schon vor einiger Zeit gemerkt habe, dass ich einfach keine Lust mehr habe. Der Umbruch ist geschafft und abgeschlossen und jetzt hat das Ganze ein Ende."

 

Mit der Mannschaft, so Wolf, habe das absolut nichts zu tun, sie hätte seine Entscheidung vollkommen akzeptiert und auch verstanden. "Aber meine berufliche Tätigkeit und der Trainerjob waren anstrengend genug, und da gibt es nun einmal keinen Ausgleich. Deshalb darf man nach zehn Jahren auch mal eine Pause einlegen", begründete Wolf seine überraschende Entscheidung.
"Christopher Wolf war nicht nur Trainer unserer ersten Mannschaft, er war auch Jugendleiter und er hat es geschafft, den großen Umbruch zu bewerkstelligen", ist Abteilungsleiter Lothar Bahn mit der Arbeit seines Vorarbeiters überaus zufrieden. "Von unserer Seite aus können wir ihm nur größtes Lob aussprechen. Schließlich hatten wir ja ein sehr gutes Verhältnis miteinander." Bahn betonte, dass er schon seit Jahresende von Wolfs Entschluss wusste. "Aus diesem Grund sind wir in Sachen neuer Trainer längst unterwegs, können aber zum momentanen Zeitpunkt noch keinen Vollzug melden." Am Sonntagabend, spätestens am Montagvormittag, würde er, "wenn alles in Ordnung ist", Wolfs Nachfolger präsentieren.

Dass die packende Partie, die mit demselben Ergebnis wie das Hinspiel endete, angesichts Wolfs Bekanntgabe etwas in den Hintergrund rücken würde, war verständlich. Dennoch bot sie den rund 150 Zuschauern, unter ihnen eine "Sieben-Mann-Schlagzeugcombo" aus Gundelfingen, die einen Höllenlärm verursachte, größten Unterhaltungswert. In Abschnitt eins gerieten die Aichacher zunächst in Rückstand (3:4), bogen diesen jedoch durch Felix Schilberth sowie drei in Folge verwandelte Siebenmeter von Konstantin Schön in einen 7:4-Vorsprung um. Bis zur Pause war die Führung der Heimischen aber wieder dahin, drei Sekunden vor der Sirene brachte Lukas Heinle den TVG mit einem direkt verwandelten Freiwurf 11:10 in Front.

Halbzeit zwei begann so, wie die erste geendet hatte. Gundelfingen lag zumeist in Front, Aichach hielt dagegen und egalisierte jeweils. Elf Minuten waren nach dem Wechsel gespielt, als der TSV zweimal hintereinander mit einem Tor in Führung ging. Zuerst durch Schön zum 17:16 und kurz darauf durch Thomas Bauer zum 18:17. Doch Gundelfingen konterte, machte den Rückstand nicht nur wett, sondern drehte die Begegnung wieder kurzzeitig zu seinen Gunsten um (21:19, 22:20). Als Alex Bahn, Oliver Huber (sah kurz vor Schluss "Rot" wegen eines gesundheitsgefährdenden Fouls) und Felix Schilberth unter dem Jubel der eigenen Anhänger drei Treffer in Folge zum 23:22 erzielten, schienen die Rot-Schwarzen auf einem guten Weg, einen knappen Sieg einzufahren. Schließlich waren nur mehr eineinhalb Minuten zu absolvieren. Doch der Tabellendritte Gundelfingen stemmte sich mit dem Mute der Verzweiflung gegen die drohende Niederlage, gab einfach nicht auf und glich zehn Sekunden vor Spielende durch Rechtsaußen Manuel Fries doch noch zum 23:23-Endstand aus. Eine höchst unterhaltsame und spannende Auseinandersetzung hatte ein gerechtes Ende gefunden.


TSV Aichach: Wonnenberg, Walther; Kügle, Oliver Huber (1), Lenz, Euba, Stubner, Braun (2), Bauer (4/1), Lehmann, Schilberth (3/1), Schön (9/3), Bahn (4), Christoph Huber.

TV Gundelfingen: Bartik, Braucker; Fries (3), Schaarschmidt (6/5), Gutbrod (1), Gerstmayr, Bastian Hander, Tobias Hander (6), Tobias Bauer (4), Markus Bauer, Michael Hander, Rettenberger, Heinle (3).

Schiedsrichter: Schwenger/ Vogel (Hochzoll/Gersthofen). - Zuschauer: 150. - Siebenmeter: 7/5 - 5/5. - Zeitstrafen: 7 - 6. - Rote Karte: Oliver Huber (58.)

Quelle: Aichacher Zeitung