Mering - Die knappe 29:31 (13:17)-Niederlage beim SV Mering wird Christopher Wolf sicherlich noch länger in wehmütiger Erinnerung behalten. Schließlich war es nicht nur sein letztes Spiel als Trainer der Aichacher Handballer, gleichzeitig endete auch eine Dekade in verschiedenen Funktionen (Spieler, Jugendleiter) für die TSV-Abteilung. Gerade deshalb hätte er sich einen schöneren Abschied gewünscht, als das Landkreisderby zu verlieren.


Den Meringern hat der Sieg nichts geholfen; sie steigen trotzdem (neben Niederraunau 2) ab, weil sie in der Extratabelle mit den punktgleichen Lauingen-Wittislingen (6:2) und Ichenhausen (4:4) mit 2:6 Punkten Letzter sind.
"Wir hätten noch eine Stunde lang spielen können und hätten nicht gewonnen", zeigte sich Wolf arg enttäuscht. Es sei "wieder einmal ein chaotisches, typisches Auswärtsspiel" gewesen, "bei dem wir einfach keine Kontrolle über das Geschehen auf dem Parkett hatten", stellte Wolf fest. Erst als die Partie neun Minuten vor Spielende mit einer deutlichen 30:21-Führung der Heimischen entschieden war, kamen die Aichacher nochmals auf. Mering habe zwar "nicht schlecht" gespielt, meinte Wolf, aber "bei uns hat einmal mehr von Beginn an die notwendige Einstellung gefehlt, um auch einmal so ein Spiel für uns zu entscheiden. Die Niederlage geht in Ordnung, mehr gibt's von meiner Seite aus nicht zu sagen", lautete sein frustriertes Fazit.

Nach ausgeglichenen ersten Minuten (1:1, 2:2, 3:3) setzten sich die verzweifelt um den Klassenerhalt kämpfenden Meringer mit Fortdauer der Begegnung ab. 7:4, 12:7 und 17:12 lagen sie bis kurz vor dem Wechsel in Front, ehe Benedikt Lenz mit dem 13:17 Hoffnungen auf die Wende nährte.

Die aber blieb aus, Mering diktierte das Geschehen weiterhin eindeutig zu seinen Gunsten und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. 20:15, 26:19, 29:20, 30:21 und 31:23 lauteten die Spielstände für das Team um das Trainergespann Stefan Seybold und Stefan Heinrich, ehe die Gäste die Niederlage durch die Tore von Thomas Bauer (2), Nico Lehmann, Oliver Huber, Benedikt Lenz sowie des 17-jährigen Manuel Euba etwas freundlicher gestalteten.
Ob der neue Aichacher Trainer Udo Mesch die gleiche Mannschaft zu Beginn der neuen Saison so antreffen wird wie er sie am Samstag als Zuschauer erlebt hat, erscheint ungewiss. Urgestein Thomas Wonnenberg, 38, und Nico Lehmann, 25, beabsichtigen kürzerzutreten oder vielleicht sogar ganz aufzuhören. Wie es mit Alex Bahn weitergeht, ist ebenfalls noch offen. "Mein Kreuzband ist angerissen", sagte der mit Krücken in der Halle anwesende Linkshänder, der vor kurzem 23 wurde. "Ob mein Knie konservativ behandelt wird oder ob ich operiert werden muss, entscheidet sich demnächst." Egal wie, Bahn wird eine lange Pause einlegen müssen, bevor er wieder mit dem Training beginnen kann.


SV Mering: Schwörer, Simmerl; Klug (2), Lidl (8), Buck, Meyer (2), Seybold (3), Reißner (6), Drexler (2), Seitz, Rühling (4), Reiter (2/2), Leuprecht (2).

TSV Aichach: Walther, Wonnenberg; Kügle (1), Oliver Huber (2), Stubner (5), Lenz (6), Euba (2), Braun, Bauer (5/1), Lehmann (1), Schilberth (3), Schön (3), Christoph Huber (1).

Schiedsrichter: Reimann/ Schnepp (Neusäß/Ludwigsfeld). - Zuschauer: 150. - Siebenmeter: 4/2 - 2/1. - Zeitstrafen: 1 - 5.